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BART: Risikoballon

Ballon aufpumpen oder Gewinn sichern

BART: Risikoballon — screenshot

Über den Trainer

BART: Risk Balloon ist ein Entscheidungsspiel, das auf dem Balloon Analogue Risk Task aufbaut. Du pumpst einen virtuellen Ballon Stoß für Stoß auf; jeder Stoß legt Geld in einen vorläufigen Topf, schiebt aber zugleich die Wahrscheinlichkeit nach oben, dass der Ballon platzt. Du kannst den Topf jederzeit sichern oder dein Glück für mehr herausfordern – platzt er vorher, verlierst du alles in diesem Ballon.

Was es entwickelt

Trainiert wird das Abwägen von Risiko unter Unsicherheit: eine wachsende Belohnung gegen eine steigende Verlustwahrscheinlichkeit abzuwägen und zu wissen, wann man aufhört. Du übst außerdem Belohnungssensitivität und Impulskontrolle, denn der kluge Zug ist, auszuzahlen, bevor die Gier dich die Runde kostet.

Geschichte

Die Aufgabe entstand Anfang der 2000er-Jahre in der akademischen Psychologie als verhaltensbasierte Alternative zu Risiko-Fragebögen, bei denen Menschen oft falsch angeben, wie waghalsig sie wirklich sind. Sie verbreitete sich rasch in der Sucht-, Impulsivitäts- und Jugendforschung, wurde für Jugendliche angepasst (BART-Y), für automatische und bildgebende Versionen, und wurde schließlich zu einer beliebten spielerischen Übung.

Wer es erfunden hat und wann

Sie wurde von Carl W. Lejuez und Kollegen an der University of Maryland entwickelt und 2002 erstmals im Journal of Experimental Psychology: Applied veröffentlicht. Lejuez hat erzählt, die Idee sei beim Beobachten von Menschen entstanden, die auf einem Jahrmarkt Ballons aufpumpten – ihm fiel auf, dass manche früh aufhören, während andere weitermachen, bis er platzt.

So trainierst du

Lege vor jedem Ballon eine Zielzahl an Stößen fest und sichere dich rund um sie ab, statt Stoß für Stoß zu reagieren. Behalte grob im Blick, wie weit Ballons in der Regel kommen, bevor sie platzen, und ziele ein wenig darunter, und jage Verlusten nicht hinterher, indem du direkt nach einem Platzer stärker pumpst – genau dann schießen Menschen übers Ziel hinaus.

Wie lange üben

Kurze Sitzungen funktionieren am besten – etwa 20 bis 40 Ballons, fünf bis zehn Minuten, reichen völlig. Behandle es als gelegentliches Entscheidungs-Aufwärmen ein paar Mal die Woche statt als etwas, das man täglich durchackert.

Studienlage

Am stärksten belegt ist das Erwartbare: Die Aufgabe misst das Risikoverhalten im Labor zuverlässig, hat eine akzeptable Retest-Reliabilität, und das Pumpverhalten der Leute korreliert mäßig mit einigen realen Verhaltensweisen wie Rauchen, Drogenkonsum und Glücksspiel. Doch der Bezug zu tatsächlichen Lebensentscheidungen ist schwach und uneinheitlich, die Übereinstimmung mit selbstberichteten Risikomaßen ist gering, und mehrere Arbeiten weisen auf methodische und Reliabilitätsprobleme hin. Es gibt keine guten Belege dafür, dass ihr Üben dich außerhalb des Spiels weniger impulsiv oder zu einem besseren Entscheider macht, behandle also jedes Versprechen, dein Risikoverhalten zu trainieren, mit Vorsicht.

Empfehlungen

Spiele es, um dein eigenes Muster zu erkennen – zahlst du zu früh aus oder lässt du zu oft platzen? –, nicht als Heilmittel gegen Impulsivität.

Häufige Fragen

Gibt es eine optimale Zahl an Stößen?

Grob gesagt ja: Die langfristig beste Strategie ist, ein wenig vor dem durchschnittlichen Platzpunkt zu sichern, da jeder weitere Stoß weniger wert ist, je mehr das Risiko steigt. Doch der genaue Sweetspot ist verborgen und verschiebt sich zwischen den Ballontypen, und genau das ist der Sinn der Sache.

Werde ich dadurch im echten Leben weniger impulsiv?

Dafür gibt es keine soliden Belege. Du wirst besser darin, das Risiko innerhalb dieses Spiels einzuschätzen, aber eine Übertragung auf reale Entscheidungen ist nicht verlässlich gezeigt, also versprechen wir sie nicht.

Ist es ein Fehler, einen Ballon zu verlieren?

Nicht unbedingt. Wenn du nie einen Ballon platzen lässt, zahlst du mit ziemlicher Sicherheit zu früh aus und lässt Punkte liegen; manche Platzer sind der Preis dafür, nahe an der klugen Grenze zu pumpen.

Varianten

Gängige Versionen ändern die farbcodierten Platzwahrscheinlichkeiten (manche Ballons sind weit riskanter als andere), fügen einen automatischen Modus hinzu, in dem du die Zahl der Stöße vorab festlegst, nutzen eine jugendgerechte Version (BART-Y) oder ersetzen Geld durch Punkte. Für die Forschung gibt es zudem Anpassungen in der virtuellen Realität und mit Bildgebung.