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Go / No-Go: Hemmung

Bei Grün tippen, bei Rot zurückhalten

Go / No-Go: Hemmung — screenshot

Über den Trainer

Ein Strom von Reizen blitzt einer nach dem anderen auf, und die meisten davon sind "Go"-Signale: Du tippst so schnell wie möglich. Eine Minderheit sind "No-Go"-Signale, und bei denen darfst du gar nichts tun. Der ganze Reiz liegt darin, dass das Tippen schon nach wenigen Sekunden zur Gewohnheit wird, sodass es echte Mühe kostet, den Finger bei einem No-Go still zu halten.

Was es entwickelt

Trainiert wird die Reaktionshemmung, also die Fähigkeit, eine bereits angestoßene Handlung abzubrechen, zusammen mit der Daueraufmerksamkeit, die nötig ist, um nach dem seltenen Signal Ausschau zu halten, das "Stopp" sagt. Im Alltag gesprochen ist das eher das Bremspedal der Selbstkontrolle als das Gaspedal.

Geschichte

Die Go/No-Go-Anordnung geht auf Franciscus Donders im Jahr 1868 zurück, der sie als eine von drei Aufgaben in seiner Subtraktionsmethode zur Messung mentaler Prozesse nutzte. Im Laufe des 20. Jahrhunderts übernahmen die experimentelle und die klinische Psychologie sie als Standardverfahren, um Impulsivität und Stirnhirnfunktion zu untersuchen, und später verbreitete sie sich in der Bildgebung, der ADHS- und Suchtforschung sowie in kommerziellen Gehirntrainings-Apps.

Wer es erfunden hat und wann

Es gibt keinen einzelnen Erfinder. Das Paradigma wird üblicherweise auf den niederländischen Physiologen Franciscus Cornelis Donders und seine Arbeit zu Reaktionszeiten von 1868 zurückgeführt (seine "C-Aufgabe") und wurde seither von vielen Forschenden verfeinert. Es gehört zur experimentalpsychologischen Tradition der mentalen Chronometrie, nicht zu einem bestimmten Autor oder Jahr.

So trainierst du

Halte die No-Go-Signale wirklich selten, etwa 1 von 4 oder weniger, denn genau das erzeugt den automatischen Drang, den du zu überwinden lernst. Strebe ein angenehmes, aber zügiges Tempo an und betrachte Fehlalarme (Tippen bei einem No-Go) als die Kennzahl, auf die es ankommt, nicht die reine Geschwindigkeit. Wenn dir nie ein Fehler unterläuft, bist du zu langsam; treib den Rhythmus also an, bis sich Fehler einschleichen, und halte dann dieses Niveau.

Wie lange üben

Kurz und häufig schlägt lang und selten. Fünf bis zehn Minuten pro Sitzung, ein paar Mal die Woche, reichen völlig; die Aufgabe ermüdet geistig, und die Genauigkeit sackt ab, sobald die Aufmerksamkeit nachlässt. Hör also auf, solange du noch scharf bist, statt einen langen Block durchzuackern.

Studienlage

Was gesichert ist, ist eng begrenzt: Mit Übung machst du weniger Fehlalarme, und deine Hemmung bei dieser Art Aufgabe wird schneller und sauberer. Weitreichendere Behauptungen stehen auf deutlich schwächeren Füßen. Eine bekannte Trainingsstudie von Enge und Kollegen (2014) fand keinen überzeugenden Beleg dafür, dass sich Hemmungstraining auf ungeübte Fähigkeiten überträgt, und Übersichtsarbeiten zum Training exekutiver Funktionen zeigen allgemein kaum Fern-Transfer und keine verlässlichen IQ-Gewinne. Nahrungsspezifisches Go/No-Go-Training macht "No-Go"-Lebensmittel im Labor zuverlässig weniger attraktiv, ob das jedoch dauerhaft das reale Ess- oder Trinkverhalten ändert, ist weiter umstritten. Behandle daher jedes Versprechen jenseits von "du wirst in der Aufgabe besser" mit Vorsicht.

Empfehlungen

Jage deiner Fehlalarmquote nach, nicht deiner Reaktionszeit: Eine Sitzung, in der du bei zügigem Tempo treffsicher geblieben bist, ist mehr wert als eine schnelle voller Patzer.

Häufige Fragen

Ist das dasselbe wie die Stopp-Signal-Aufgabe?

Nein. Beim Go/No-Go entscheidest du anhand des Signals selbst, ob du handelst, du kannst dich also zurückhalten, bevor du dich bewegst. Die Stopp-Signal-Aufgabe fordert dich zum Handeln auf und befiehlt dir dann einen Augenblick später manchmal abzubrechen, was das Stoppen einer bereits laufenden Reaktion misst. Sie sind verwandt, beanspruchen aber leicht unterschiedliche Bremsprozesse.

Werde ich durch das Üben im echten Leben weniger impulsiv?

Ehrlich gesagt ist die Beleglage dünn. Du wirst zuverlässig besser in der Aufgabe und darin, Reaktionen innerhalb von ihr zu unterdrücken, aber die Übertragung auf die alltägliche Impulskontrolle oder auf allgemeine Selbstdisziplin ist schwach und umstritten. Nutze es als gezieltes Aufmerksamkeits- und Hemmungstraining, nicht als Heilmittel gegen Impulsivität.

Ich tippe ständig bei den No-Go-Signalen. Mache ich etwas falsch?

Überhaupt nicht. Diese Patzer, Kommissionsfehler genannt, sind der eigentliche Sinn der Übung und das, was sie hauptsächlich misst. Die Kunst besteht darin, gerade so weit abzubremsen, dass du sie abfängst. Wenn dir null Fehler unterlaufen, bist du wahrscheinlich zu vorsichtig, um irgendeinen Trainingseffekt zu erzielen.

Varianten

Die Versionen unterscheiden sich darin, wie selten das No-Go ist und worin die Signale bestehen. Der SART (Robertson, 1997) dreht das Verhältnis um, sodass Go konstant und No-Go selten ist, was die Daueraufmerksamkeit betont. Andere Varianten nutzen bestimmte Kategorien als No-Go, etwa ungesundes Essen, Alkoholreize oder bestimmte emotionale Gesichter, und die Aufgabe wird oft mit Flanker- oder Suchaufgaben-Elementen kombiniert, um die Aufmerksamkeit weiter zu belasten.